Eine Hand wirft einen Brief in einen gelben Briefkasten.
Wer am Wahltag verhindert ist, kann per Briefwahl seine Stimme abgeben – weltweit. Foto: © Getty / deepblue4you

Briefwahl jetzt! So gehts.

Ihr wollt bei der Bundestagswahl am 24. September Eure Stimme abgeben – seid aber leider verhindert oder außer Landes? Keine Panik! Ihr müsst weder die Reise verschieben noch aufs Wählen verzichten. Jetzt einfach Briefwahl beantragen und wählen, wann und wo ihr wollt. So gehts.

1. Kann ich per Briefwahl wählen?

Grundsätzlich ja, immer - vorausgesetzt, ihr seid im Wählerverzeichnis eingetragen. Ihr müsst nur bei der Gemeinde Eures Hauptwohnsitzes einen Briefwahlschein beantragen.

Was ist das Wählerverzeichnis und bin ich eingetragen?

Die Gemeinden führen Verzeichnisse, in denen alle Wahlberechtigten, die in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben, eingetragen werden. Stichtag für die Eintragung ist der 13. August 2017.

Spätestens am 3. September erhalten alle Eingetragenen eine Wahlbenachrichtigung. Solltet ihr bis zu diesem Zeitpunkt also keine Unterlagen zugeschickt bekommen haben, solltet ihr euch umgehend mit euren Gemeinden in Verbindung setzen. Parallel dazu habt ihr die Möglichkeit, vom 4. bis zum 8. September 2017 das Wählerverzeichnis einzusehen.

Was kann ich tun, wenn ich nicht eingetragen bin?

Wenn ihr zu unrecht keine Benachrichtigung erhaltet, könnt ihr schriftlich Einspruch einlegen, um nachgetragen zu werden.

Wann darf ich als Deutsche bzw. Deutscher im Ausland wählen?

Auch wer nicht mehr in Deutschland gemeldet ist, kann Briefwahlunterlagen beantragen, muss sich aber vorher in das Wählerverzeichnis der letzten Heimatgemeinde in Deutschland eintragen lassen.

Dauerhaft im Ausland lebende volljährige Deutsche sind wahlberechtigt, wenn sie,

- entweder nach Vollendung des 14. Lebensjahres mindestens drei Monate ununterbrochen in der Bundesrepublik Deutschland gelebt hat und dieser Aufenthalt nicht länger als 25 Jahre zurück liegt,

- oder aus anderen Gründen persönlich und unmittelbar Vertrautheit mit den politischen Verhältnissen in der Bundesrepublik Deutschland erworben hat und von ihnen betroffen ist (Wer fällt darunter?).

Alle Infos zur Wahl im Ausland ohne gemeldeten Wohnsitz in Deutschland findet ihr hier.

2. Wann & wo kann ich den Briefwahlantrag stellen?

Briefwahlunterlagen können bis zum Freitag vor der Wahl, den 22. September 2017 bis 18:00 Uhr beantragt werden.

In bestimmten Ausnahmefällen (z.B. bei plötzlicher Erkrankung) können Wahlschein und Briefwahlunterlagen auch noch am Wahltag bis 15:00 Uhr beantragt werden.

Briefwahl-Antrag per E-Mail

Die Unterlagen für die Briefwahl können persönlich oder formlos per E-Mail bei der Gemeinde Eures Hauptwohnortes angefordert werden. Es ist nicht notwendig, die Wahlbenachrichtigungskarte für die Briefwahl abzuwarten. Folgende Informationen werden dafür benötigt:

Name
Vorname(n)
Geburtsdatum
Straße und Hausnummer (gemeldet)
Postleitzahl und Ort (gemeldet)

Wer den Antrag für einen anderen stellt, muss eine schriftliche Vollmacht vorlegen. Eine Beantragung ist daher in diesem Fall nur persönlich oder schriftlich (nicht elektronisch!) möglich. Wahlberechtigte mit Behinderungen können sich bei der Antragstellung von einer anderen Person helfen lassen.

Briefwahl-Antrag online

Bei immer mehr Städten und Gemeinden können die Wahlunterlagen online beantragt werden. Auf der Seite des grünen Ortsverbands Washington D.C. sind die diversen Online-Angebote zur Beantragung der Briefwahl zusammengestellt.

Wie kann ich aus dem Ausland Briefwahl beantragen?

Wer nicht mehr in Deutschland gemeldet ist...
... kann Briefwahlunterlagen beantragen, muss sich aber vorher in das Wählerverzeichnis der letzten Heimatgemeinde in Deutschland eintragen lassen. Der Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis für die Bundestagswahl 2017 muss spätestens am 3. September 2017 bei der zuständigen Gemeinde in Deutschland eingehen.

Wer in Deutschland gemeldet ist...
... kann die Unterlagen formlos per E-Mail bzw. online bei der Gemeinde seines Hauptwohnortes anfordern: Siehe oben "Briefwahl-Antrag per E-Mail bzw. Online".

Bitte beachten: Bei Briefwahl aus dem Ausland muss der Wahlbrief ausreichend frankiert werden. Außerdem muss der Wahlbrief so frühzeitig versendet werden, dass er spätestens am Wahlsonntag bis 18:00 Uhr bei der zuständigen, auf dem Wahlbrief angegebenen Stelle vorliegt. Wir empfehlen, Wahlbriefe aus dem außereuropäischen Ausland per Luftpost zu versenden. Dazu benötigt man einen Luftpostaufkleber (Priority/Prioritaire), den man unter anderem im Internet findet.

3. Wie funktioniert die Briefwahl?

  • Eine oder beide Stimmen (Erst- und/oder Zweitstimme) persönlich und unbeobachtet auf dem Stimmzettel ankreuzen und den Stimmzettel anschließend in den blauen Umschlag (Stimmzettelumschlag) legen und zukleben.
  • Die auf dem Wahlschein unten befindliche „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“ mit Ort, Datum und Unterschrift versehen und den Wahlschein zusammen mit dem blauen Stimmzettelumschlag in den roten Wahlbriefumschlag stecken.
  • Den roten Wahlbriefumschlag zukleben und ihn innerhalb Deutschlands unfrankiert (außerhalb Deutschlands ausreichend frankiert) in die Post geben oder bei der auf dem Umschlag angegebenen Stelle direkt abgeben.

Eine Abgabe des Wahlbriefumschlages ist nur bei der auf dem Umschlag angegebenen Stelle möglich.

4. Wann muss ich meinen Wahlbrief absenden?

Der Wahlbrief muss unbedingt rechtzeitig mit der Post abgesandt oder direkt bei der auf dem Wahlbriefumschlag angegebenen Stelle abgegeben werden. Er muss bei der zuständigen Stelle spätestens am 24. September bis 18:00 Uhr vorliegen. Bei Übersendung per Post solltet ihr den Wahlbrief in Deutschland spätestens am Mittwoch, 20. September absenden, um den rechtzeitigen Eingang sicherzustellen – am besten aber sofort nach Erhalt der Briefwahl-Unterlagen.

5. Wichtige Daten auf einen Blick

13.08.2017: Stichtag für die Eintragung in das Wählerverzeichnis

Wenn ihr nach diesem Zeitpunkt umzieht, bleibt ihr an Eurem alten Wohnort gemeldet und könnt nur dort wählen - entweder persönlich oder bequem per Briefwahl.

03.09.2017: Stichtag für Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis

Stichtag um einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis zu stellen für alle Wahlberechtigten, die nur auf Antrag in das Wählerverzeichnis eingetragen werden.

03.09.2017: Alle Wahlbenachrichtigungen sind verschickt

Habt ihr keine erhalten, solltet ihr euch umgehend an eure Gemeinde wenden.

04.-08.09.2017: Möglichkeit, das Wählerverzeichnis einzusehen

In diesem Zeitraum könnt ihr das Wählerverzeichnis einsehen und Euch gegebenenfalls nachtragen lassen, sollte ein Fehler vorliegen.

20.09.2017: In Deutschland spätestens jetzt den Wahlbrief absenden

Bei Übersendung per Post solltet ihr den Wahlbrief in Deutschland spätestens jetzt absenden, um den rechtzeitigen Eingang sicherzustellen – am besten aber sofort nach Erhalt der Briefwahl-Unterlagen.

22.09.2017, 18:00 Uhr: Letztmögliche Beantragung eines Briefwahlscheins
24.09.2017, 18:00 Uhr: Letztmöglicher Eingang des Wahlbriefs

Wahltag! Bis zu diesem Zeitpunkt müssen alle Wahlbriefe eingegangen sein.

Hier findet ihr alle Fristen und förmlichen Termine zur Bundestagswahl 2017.

Überschrift: "Briefwahl jetzt! So gehts." Darunter der Ablauf der Briefwahl in Form eines Comics: 1. Briefwahlantrag abschicken. 2. Die Wahlunterlagen werden per Post zugestellt. 3. Auf den Unterlagen wählen. 4. Wahlbrief per Post verschicken.
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